Dear Diary,
today was an utterly normal day,
a day like all the others,
ordinary unusual.
6.40am
Hallo morgendlicher Sonnenschein (oder heute windiger Regenfall), herzlich willkommen neuer Tag...
6.45am
Zweiter Versuch meines Weckers mich aus dem Bett zu klingeln...dieses Mal klappte es schon besser - nach weiteren fuenf Minuten Halb-Wach-Schlaf konnte ich mich endguetlig durchringen aus dem warmen Bett zu steigen (ich habe eine geheizte Bettmatratze!) - HALLO NEUER TAG.
7.00am
Nach morgendlicher Dusche sitze ich mit meiner host mother und host sister auf dem bequemen Sofa in der Stube vor dem Fernseher, um die erste Halbzeit der Frauenfussballqualifikation mitzuverfolgen...leider gieng dieses Vorhaben nicht ganz so auf wie gedacht, anstatt neuseelaendisches Frauenfussball wurden wir mit olympischem Schwimmen unterhalten...
7.30am
Breakfast-Time, frischer smoothie & toast mit honey and jam, wonderful! Und natuerlich einem heissen, erfrischenden Kaffee...ein neuer Tag kann beginnen!
8.05am
(Gemaess Busfahrplan sollte jetzt mein Bus Richtung Newmarket zu meiner Schule fahren...GEMAESS...- ich stehe natuerlich schweizer-puenktich an der Strasse und warte...und warte...)
8.20am
Endlich bogen die zwei hellen Scheinwerferlicht meines Busses um die Ecke, Erfolgserlebnis, nur gerade 15 Minuten zu spaet und ich hatte sogar einen freien Sitzplatz...an amazingly ordinary day!
8.45am
Gerade noch geschafft! Nach scheinbar endloser Busfahrt durch die vollgestopfen Strassen Aucklands und kurzem Sprint zur Schule erschien ich gerade noch 'rechtzeitig' zum Unterricht...(goldene Regel: hoechstens 15 Minuten zu spaet, ansonsten gibt es eine Abwesenheitsnotiz).
11.45am
Langersehnte Mittagspause nach knapp 4 Stunden Grammatikmarathon durch das Land der phrasal verbs und word transformations...- wenigstens war das Wetter nun sonnig freundlich und wir konnten unseren lunch draussen geniessen, haette ich meine Regenjacke doch nicht anziehen muessen!
00.30pm
Pause war leider wie immer viel zu schnell vorbei - zweiter Teil des Tages konnte starten...
3.45pm
Mein Kopf war voller neuen Vokabeln, guten Ratschlaegen fuer die verschiedenen Parts meines Examen und nett gemeinten Strategievorschlaegen...und natuerlich bekamen wir wieder einmal einen Berg Hausaufgabena aufgebrummt, wir haben Morgen schliesslich 'late start', d.h. der Unterricht beginnt erst um 12.30am.
Auf dem Weg nach Hause wurde einen kurzen Zwischenhalt bei Countdown (einer der grossen Supermarktketten hier in Neuseeland, etwa wie Migros oder Coop in der Schweiz) eingelegt. Die Schule ist wirklich grossartig gelegen: mitten im Newmarket-Viertel, das an sich eine Art Kleinstadt ist mit einer grossen Shoppingstrasse voll mit Kleidershops, Cafes, Eisdielen oder asien-food stores (von denen gibt es hier so viele wie Sand am Meer, Sushi ist definitiv eines meiner Grundnahrungsmittel geworden:)) und sogar einem Kino. Countdown selbst ist eine Welt fuer sich: ich liebe Einkaufen in anderen Laendern, das ist so spannend! Die Regale in den Supermaerkten hier sind zum Beispiel alle oben mit kleinen Notizen angeschrieben, damit man sich besser orientieren kann und schneller findet, was man sucht...naja, theoretisch...
Heute wusste ich jedoch fuer einmal ganz genau was ich einkaufen wollte, free range eggs and unsalted butter. Neuseelaender kennen naemlich kein frisches Brot, als mich meine host family fragte, was ich denn am meisten vermissen wuerde, antwortete ich wie aus der Pistole geschossen: FRISCHES BROT. (Den verfuehrerischen, himmlischen Duft von frischen Hoernchen und knusprigem Holzofenbrot, ohjeeee) - Darauf machten alle total grosse Augen, zogen die Augenbrauen gen Himmel und schauten mich ratlos an..
.ja, frisches Brot, das ist schwierig zu verstehen, wenn man sich taeglich von Toast aus dem Tiefkuehler und von da direkt in den Toaster ernaehrt...
Deshalb hatte ich den ambitioesen Entschluss gefasst, einen frischen Sonntagszopf zu bachen - suuuper Idee - es war ein kleines Abendteuer:): Hefe gibt es hier nur getrocknet in kleinen Beuteln, doch das war gar nicht das grosse Verhaengnis, viel mehr hat mein Zopf unter der Tatsache gelitten, dass die Butter hier normalerweise GESALZEN ist...(und Rahel hat natuerlich erst wieder an diese Tatsache gedacht, als sie ein kleines Stueckchen des Teiges kostete...uiii...das schmeckte nicht wie es sollte...)
Deshalb, zweiter ambitioeser Entschluss: let's try it again, mit ungesalzener Butter:D
5.45pm
Endlich Coffee-time! Nach Einkauf und langem Schultag ist es Zeit fuer eine kleine Pause und ein gutes Buch...
6.30am
Langsam kehren die wachen Geister zurueck - hallo liebe Hausaufgaben...(fuer einmal keinen Aufstatz sondern eine komplette Serie 'Use of Englisch', I'm thrilled!)
7.15pm
Backen, backen Zopf...- alle Zutaten fuer den zweiten Versuch wurden zusammengesucht und die Kueche mit weissem Mehl bestreut. Hoffentlich wird es diesmal einen richtigen, feinen, nicht zu salizigen Mittwochszopf, den man auch ohne 5 Zentimeter-Konfituerenschicht geniessen kann (obwohl das eigentlich auch ein ganz lustiges Erlebnis war, und das beste an traditionellen Gerichten, die ausser dem Koch noch nie jemand versucht hat: man kann einfach sagen, das MUSS so sein:D:D)
Zwischen dem kneten und zusammenruehren werden Tages-News mit meiner host family ausgetauscht, an ordinary unusual day at 9A, Woodhall Road.
8.30pm
Dinner-Time, fabulous creation a la Phil - ich werde seine schmackhaften Kochkuenste wirklich vermissen! Diesen Abend zauberte er ein Buffet mit verschiedenem Gemuese (von Kichererbsen, ueber Brokoli bis zu Pumpkin), gebratenen Kartoffeln, Chili-Tofu oder Chicken und Feta-Cheese.
9.00pm
Zopftime again! Ich staune wirklich jedes Mal, wie anscheinend wie durch Zauberhand aus einigen wenigen Zutaten ein wachsendes, milchig gelbes Teigwunder entstehen kann. Das Teigwunder wurde dann in eine anstaendige, geniessbare Form geflochten und in den Ofen geschoben - und jetzt sitzte ich hier, vor dem Mac im Wohnzimmer und rieche frischen Zopfduft mitten in einem Land, das Brot nur in Toastscheiben aus der Packung kennt...
...ordinary unusual.